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Tipps zur Zwangsversteigerung

Erwerben Sie Ihre Wunschimmobilie zu günstigen Konditionen in einem Zwangsversteigerungsverfahren

Zwangsversteigerungen werden immer etwas negativ betrachtet. Selbstverständlich sind sie für die ehemaligen Eigentümer nicht angenehm, für den Immobiliensuchenden bieten sie allerdings eine Chance, die gewünschte Immobilie unter dem aktuellen Marktwert zu bekommen. Als Bietinteressent sollten Sie sich vorab jedoch genau informieren über Abläufe und Kosten bei einer Zwangsversteigerung.
Empfohlenes Vorgehen zur Vorbereitung
  • Teilnahme an einigen Zwangsversteigerungen
    Machen Sie sich mit den strengen formalen Bedingungen vertraut, indem Sie sich Zwangsversteigerungen ansehen, bei denen Sie nicht bieten möchten.
  • Auswahl des entsprechenden Objektes
  • Informationen einholen beim zuständigen Amtsgericht
    Im Normalfall liegt ein Gutachten eines vereidigten Sachverständigen vor.
  • Einsicht des Gutachtens
    Im Gutachten können Sie folgende Informationen zum Objekt finden: Verkehrswert, Datum der Verkehrswertfeststellung, Hinweise auf den baulichen Zustand des Versteigerungsobjektes und eine Mängelliste. Hierbei sollten Sie unbedingt auf Auffälligkeiten achten.
  • Einsicht ins Grundbuch
    Hier erfahren Sie alles über die auf dem Grundstück eingetragenen Lasten (z.B. Grunddienstbarkeiten, Wegerechte, Wohnungsrechte etc.) und die Gläubiger.
  • Besichtigung des Objektes
    Hierfür sollten Sie mit dem bisherigen Eigentümer einen Termin vereinbaren und die Immobilie von aussen und innen besichtigen. Der Noch-Eigentümer kann Ihnen die Besichtigung verweigern, wird dies aber im Normalfall nicht tun. Vielleicht können Sie auch einen Architekten oder Baufachmann mitnehmen. Es gibt keinerlei Gewährleistung.
  • Festsetzung des persönlichen Höchstgebotes und Klärung der Finanzierung
  • Teilnahme an der Versteigerung Ihrer Wunschimmobilie
    Zum Versteigerungstermin sollten Sie Ihren Personalausweis für die Identitätsprüfung mitbringen und eine entsprechende Anzahlung (Sicherheitsleistung). Es wird in der Regel eine Anzahlung von 10% des angegebenen Verkehrswertes verlangt. Wollen Sie sich beim Versteigerungstermin vertreten lassen, benötigen Sie eine notariell beglaubigte Bietungsvollmacht.
Die Versteigerung selbst
Nach Aufruf der Sache werden die Objektdaten (Einheitswert, der die Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer darstellt, eventuelle Baulasten, Auflagen oder Beschränkungen) bekanntgegeben.
Danach erfolgt die Festlegung des geringsten Gebotes und der Versteigerungsbedingungen durch das Gericht.
Mit der Aufforderung zur Abgabe von Geboten beginnt die Bietzeit, die mindestens 30 Minuten beträgt.
Sofort nach Abgabe eines Gebotes kann eine Sicherheitsleistung (in der Regel 10% des Verkehrswertes) vom Bieter verlangt werden. Als Zahlungsmittel werden bei Versteigerungen nur abgesicherte Zahlungsformen akzeptiert: Ein von einem Kreditinstitut ausgestellter Verrechnungsscheck, eine Bankbürgschaft oder ein von der Landeszentralbank bestätigter Scheck. Unterbleibt die Leistung, wird das Gebot zurückgewiesen. Bei der Annahme des Gebotes wird die Identität des Bieters geprüft. Der Nachweis erfolgt durch einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.
Nach dem Ende der Bietzeit wird das Meistgebot verkündet. Darauf folgt die Verhandlung über den Zuschlag. Im Ersttermin kann der Zuschlag versagt werden, wenn nicht mindestens 70 % des Verkehrswertes erreicht werden. Der Zuschlag wird auf jeden Fall versagt, wenn nicht mind. 50 % des Verkehrswertes geboten werden. Dann kommt es zu einem zweiten Versteigerungstermin. Im Zweittermin gelten keine Grenzen mehr - der Meistbietende erhält generell den Zuschlag. Mit der Verkündung des Zuschlages im Versteigerungstermin oder in einem später stattfindenden Verkündungstermin ist dieser wirksam.
Nach der Erteilung des Zuschlages bestimmt das Gericht einen Termin zur Verteilung des Versteigerungserlöses. Das Bargebot ist von dem Erwerber spätestens im Verteilungstermin zu bezahlen. Es ist vom Zeitpunkt des Zuschlages an mit 4 % zu verzinsen.
Die Kosten
Mit dem Erwerb eines Zwangsversteigerungsobjektes kommen folgende Kosten auf Sie zu:
  • Versteigerungsgebot
  • 4 % Zinsen für die Restzahlung vom Tag des Zuschlages bis zum Verteilungstermin
  • 3,5 % Grunderwerbsteuer
  • Gerichtskosten ca. 0,5 - 0,6 % Ihres Gebotes
  • Kosten für die Grundbucheintragung
Weitere Tipps und ausführliche Informationen finden Sie auf der Informationsseite für Immobilien-Zwangsversteigerungsverfahren von Immobilienpool.de.
Bitte beachten Sie: Trotz sorgfältiger Beschaffung und Bereitstellung dieser Informationen übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Bitte beachten Sie die Hinweise im Impressum.
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